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Was ist Kabbala?

Kabbala ist die Wissenschaft, die dem Menschen eigentlich sehr nahe liegt. Denn sie beantwortet die fundamentalen Fragen: Warum existieren wir und kommen auf diese Welt, was ist unser Ursprung und wohin gehen wir, wenn unser Weg hier beendet ist?

Das Lernen der Kabbala ist keineswegs theoretisch oder abstrakt, sondern es ist untrennbar mit der Praxis verbunden: Der Mensch erfährt über sich selbst, was er ist, er lernt seine Natur kennen und begreift, welche Veränderungen für ihn notwendig sind.

Kabbala ist die "Mathematik der Gefühle". Sie betrachtet die Gesamtheit der menschlichen Gefühle und Wünsche, analysiert sie und erzeugt für jede Erscheinung, jede Nuance des Gefühls und der Wahrnehmung eine Art mathematische "Formel".

Über viele Generationen hinweg haben Kabbalisten Bücher in verschiedenen Stilen geschrieben, jeweils in Übereinstimmung mit der Zeit, in der sie lebten. Insgesamt wurden Schriften in vier unterschiedlichen Ausdrucksformen verfasst, um uns unserer spirituellen Wirklichkeit näher zu bringen:


1. In der Sprache der Heiligen Schriften
(die fünf Bücher Moses, die Propheten und die Schriften)

2. in der Sprache von Legenden
(einer bildhaften Beschreibung wie Märchen und Sagen)

3. in Form des Talmud
(der in der Sprache der Rabbiner geschrieben ist und einem Moralkodex ähnelt) sowie

4. in der Sprache der Kabbala
welche eine Beschreibung des Systems der spirituellen höheren Welten darstellt und alle anderen Sprachen mit beinhaltet.

Diese vier Stile sind keine unterschiedlichen Wege, sondern Sichtweisen des gleichen Themas in unterschiedlichen Ausdrucksformen.

Der Kabbalist Baal HaSulam schreibt dazu in seinem Buch:
(Früchte des Weisen) "Peri Haham" :
Die innere Weisheit der Kabbala ist die gleiche wie die der Torah, des Sohar und der Legenden. Der einzige Unterschied zwischen ihnen besteht in der Art und Weise der Logik. Man könnte eher sagen, es ist wie eine alte Sprache, die in vier weitere Sprachen übersetzt wird. Selbstverständlich verändert sich die Weisheit wegen der Änderung der Sprache überhaupt nicht. Wir sollten immer jene Form auswählen, welche uns für die Übermittlung der Weisheit am geeignetsten erscheint.

Der Lebensbaum
Dass die Pflanze des Lebens in einem Baum gesehen wird, ist verständlich. Bäume gehören zu den Lebewesen mit der höchsten Lebenserwartung. Viele Arten können hunderte oder sogar tausende von Jahren alt werden, ohne sichtlich an Vitalität zu verlieren. Die Vorstellung eines Baumes, dessen Früchte die Sterblichkeit aufheben oder der selbst das Universum darstellt, ist sehr alt und verbreitet.

In der altiranischen Mythologie steht der Lebensbaum Gao-kerena neben dem Allsamenbaum.
In der Genesis der Bibel stehen zwei besondere Bäume im Paradies Eden, der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Solange die Urmenschen von erstem aßen, waren sie unsterblich. Weil sie aber - verbotenerweise - vom letzteren essen, werden sie als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben und sind seitdem vom Lebensbaum abgeschnitten.

Bei Johannes steht der Weinstock für Jesus als Lebensbaum, dessen Früchte, so die Lehre angenommen wird, weitere Früchte bringen wird (Johannes 15,1-6), mithin die Unsterblichkeit.

Im "neuen Jerusalem", das nach dem Weltgericht errichtet werde, steht der Baum des Lebens mitten auf der Gasse an beiden Ufern eines vom Thron Gottes ausgehenden Stromes lebendigen Wassers, mithin im Mittelpunkt der Stadt. Dieser Baum fruchtet monatlich, zwölfmal im Jahr, seine Blätter sind heilkräftig (Offenbarung 22.1-2).

CROWLEY nennt sehr wahrscheinlich, dass der Lebensbaum der Kabbalisten von Pythagoras inspiriert ist.


 


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